Tribüne

Zeitung zum Verständnis des Judentums
3. Quartal 2005

 

»Bolivien für Gringos« heißt das viel gelesene interessante Buch des Arztes Lud­wig (Elija) Popper, der als Kind mit seinen Eltern 1938 nach Bolivien flüchten musste.

 

Den größten Teil des Buches nimmt das Ta­gebuch Dr. Ludwig Poppers sen. in Anspruch: »Bolivien - unsere Rettung«. Der einstige Internist im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, dessen Habilitation 1938 wegen seiner »nicht-arischen Abstam­mung« abgelehnt wurde, arbeitete acht Jahre als Arzt im bolivischen Militärsani­tätsdienst.

 

Bolivien war zwar die Rettung für die Familie; das wird vom Vater wie vom Sohn mehrmals dankend betont. Doch bot das so ganz andere Land einem Wiener Arzt und seiner Familie keine wirkliche kulturel­le Heimat. So kamen sie 1947 nach Wien zurück, wo er endlich, seinem Fleiß und sei­nen Fähigkeiten entsprechend, als Sozial­mediziner arbeiten und als Universitätspro­fessor lehren konnte. Eine späte, doch gerechte Anerkennung seiner Leistungen.

 

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